| Streitschlichtungsprojekt Ferdinand-von-Miller-Realschule Schülerstreitschlichtung oder Peer-mediation gibt es an der Ferdinand-von-Miller-Realschule unserer Schule seit 2000/01. Anfangs wurde die Schülerstreitschlichtung von einer Referendarin der Schulpsychologie eingeführt, dann von zwei Lehrerinnen im Rahmen eines von der Bürgerstiftung initiierten, landkreisweiten Schulprojekts intensiviert. Interessierte Schüler und Schülerinnen ab der 7. Jahrgangsstufe werden in einem zweitägigen Seminar und monatlichen Übungen und Supervisionen zu Mediatoren ausgebildet. Bereits in den 5. Klassen mit der Information über die Mediation anzufangen ist ratsam, da einige Streitschlichter gleichzeitig Tutoren sind. So werden Streithähne frühzeitig motiviert, zum Streitschlichter zu gehen. Die Streitschlichtung dem Schüler nahe zu bringen hat sich als ein äußerst langwieriger Prozess herausgestellt. Auf allen Projekttagen, Tagen der offenen Tür u.ä. Veranstaltungen müssen die Mediatoren präsent sein. Zudem ist es besonders in der Einführungsphase wichtig, sich keine Fehler zu erlauben, damit das Image der Streitschlichtung nicht an Ansehen verliert und weitergetragen wird. Auch die Unterstützung durch Schulleitung und Kollegen ist enorm wichtig, um die Streitschlichtung am Leben zu halten. Was ist Schüler-Streitschlichtung ? Akteure der Schülerstreitschlichtung sind in der Regel zwei Streitschlichter und zwei Kontrahenden. Peer-mediation ist somit eine von beiden Seiten freiwillige Konfliktlösung ohne Erwachsene unter Einhaltung der Schweigepflicht. In einer Streitschlichtung gibt es als Ergebnis nur die Win-win-Lösung, d.h. beide Parteien gehen zufrieden und als Sieger aus der Konfliktbewältigung hervor. Sie haben sich auf einen Kompromiss geeinigt, der letztlich von ihnen selbst gekommen ist, nicht durch einen „Richterspruch“ eines Erwachsenen. Als sichtbares Ergebnis wird regelmäßig ein Vertrag ausgefüllt, in dem sich beide Seiten zu ihrer gerade beschlossenen Leistung verpflichten. Eine neutrale und verbale Streitschlichtung erfordert von den Mediatoren einige Qualifikationen: Einfühlungsvermögen und Sprachgeschick, um gezielte Fragen nach Ursache und Befindlichkeit stellen zu können, eine Zurücknahme der eigenen Person und Beurteilungsfähigkeit sowie Durchsetzungvermögen, um das Gespräch steuern und notfalls in die richtige Bahn lenken zu können. Dazu müssen sich alle Teilnehmer zu Beginn der Mediation auf bestimmte Regeln einigen, welche die Streitschlichter im Laufe des Gesprächs durchsetzen. Die Schülerstreitschlichtung hat sich an unserer Schule als ein guter Beitrag zur Gewaltprävention erwiesen, denn allein durch die Anwesenheit der Streitschlichter in der Pausenhalle oder im Streitschlichterzimmer, ist immer ein zusätzlicher „Aufpasser“ und Ansprechpartner da. Auch mit Projekten tragen Schüler unter Schülern dazu bei, den Ansätzen von Gewalt erfolgreich entgegen zu wirken. Download der Powerpoint-Präsentation mit 15 Bildern Link zur Kurzansicht der Schülerstreitschlichtung Einbindung in den Unterricht Gibt es Streitschlichtung an der eigenen Schule, ist es empfehlenswert, die Streitschlichter einzuladen und sich selbst vorstellen zu lassen. Diese sind meist begeistert und können andere Schüler mitreißen. Über den Ablauf der Streitschlichtung kann, an manchen Stellen unterbrochen und diskutiert, der Sinn der Mediation erklärt werden. Mediation gibt es außerhalb der Schule auch in anderen Bereichen, z.B. bei vorgerichtlichen Auseinandersetzungen (nachbarschaftlichen Streitigkeiten) oder als letzte Möglichkeit vor einer Ehescheidung. Unterbrechen und erklären würde ich den Ablauf an folgenden Stellen: - Streitschlichtung findet hinter der geschlossenen Tür statt -> Schweigepflicht - Regeln müssen eingehalten werden - Beide Seiten tragen nacheinander ihre Stellungnahme vor -> unterschiedliche Perspektiven, die zum besseren Verständnis von den Mediatoren nochmals wiederholt werden. - Rückfragen der Mediatoren -> Nachdenken über eigene Äußerungen und ihre Wirkung auf den Anderen - Lösungsfindung -> Mediatoren bringen keine eigenen Vorschläge ein. Die Schüler können durch das Verständnis des Ablaufs angeregt werden, selbst einmal die Rolle des Streitschlichters in einem selbst ausgedachten Streitfall zu übernehmen. Es sollte jedoch immer ein Beobachter dabei sein, der kontrolliert - ob sich der Streitschlichter selbst einmischt oder sich zurücknimmt, - ob er durch Rückfragen die Situation klären kann, - ob er mutig genug ist, auf der Einhaltung der regeln zu bestehen, - ob er selbst Lösungsvorschläge unternimmt, - ob eine win-win-Lösung herauskommt. Die Schüler werden feststellen, dass es zur Streitschlichtung einer intensiven Übung bedarf und dass eine ruhige, angemessene Art mit dem Konflikt umzugehen sich positiv auf die Streitlösung auswirkt. Isis Bleyer, mit einer Kollegin zuständig für die Mediatorenausbildung an der Ferdinand-von-Miller-Realschule, Fürstenfeldbruck |